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November 2009

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             ...eine Auswahl !

 

Inhalt

Gratulation zum 100. Geburtstag - Fest der Freunde von Kardinal König - Prof. Nußbaumer kommt in den Hellerhof - Abt mit Wurzeln in Südmähren - Premiere in der Kaiserstiege - Weihbischof Leichtfried kommt 2010 auf Visitation - Drei Pferde bei Tiersegnung - Weichenstellung in Göttweig - Wallfahrt zum Pilger Koloman - Erntedankmesse

Pilgerinformation für Santiagopilger

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Herzliche Gratulation zum 100. Geburtstag !

 

Frau Anna RupnikFrau Anna Rupnik feiert am 30. November 2009 ihren 100. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

Ihre Mutter Katharina war im vergangenen 20. Jahrhundert die einzige „Hundertjährige” der Pfarre und das älteste Pfarrmitglied aller Zeiten. Sie starb 1983 im 104. Lebensjahr. Die Jubilarin Anna Rupnik ist die älteste Tochter des aus der Steiermark stammenden Schneidermeisters Georg Rupnik und der aus Klein-Wien stammenden Katharina geb. Schneider.

Sie wurde am 30. November in Paudorf 53 geboren, wo sie heute noch wohnt. Wie ihr Vater übte Frau Rupnik, hochgeschätzt von der Bevölkerung, bis zur Pensionierung das Schneiderhandwerk aus.

 

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Fest der Freunde von Kardinal König

 

Fest der Freunde 01

Von links: Pf. Josef Rennhofer, P. Udo, Prof. Heinz Nußbaumer, Abt Joachim Angerer, Abt Columban Luser, Metropolit Michael Staikos, Bronzestatue „Kardinal König”, Annemarie Fenzl, Fini Heninger, Franz Schrefl und Superior P. Karl Schauer

Fest der Freunde 02Am 11. Oktober segnete der griechisch-orthodoxe Erzbischof Dr. Michael Staikos, Metropolit von Austria und Exarch von Ungarn den Hellerhof-Garten und die von Leo Pfisterer (Paudorf) geschaffene Bronzestatue „Kardinal Franz König“ an der von Karl-Heinz Schreiner (Hörfarth) mosaikal gestalteten 350 Jahre alten Mauer mit Mariazell-Nische am ehemaligen Dorfbrunnen von Dietmarsdorf. Es war dies der erste Besuch eines residierenden Erzbischofs im Hellerhof.

Die von 250 Personen besuchte Feier versammelte die bedeutendsten Wegbegleiter Kardinal Königs: Neben dem Metropoliten die langjährige Büroleiterin Dr. Annemarie Fenzl, den prominenten Journalisten und Buchautor Prof. Dr. Heinz Nussbaumer und den Superior von Mariazell, Mag. Karl Schauer.

Fest der Freunde 03Die Ehre gaben uns der neue Abt des Stiftes Göttweig, Mag. Columban Luser, der Altabt des Stiftes Geras, Univ.-Prof. DDr. Joachim Angerer, eine Abordnung aus Trebic sowie die Wien-Korrespondentin der Londoner Wochen- zeitung „The Tablet“.

Die Feier begann in der Kirche St. Altmann mit einem, „Marienlob zur Non“, anschließend sprachen Dr. Fenzl, Dr. Nußbaumer und Metro- polit Dr. Staikos über Kardinal König.

Hierauf zog die Festgemeinde in den Garten. Zu Beginn der Segnung zeigte sich ein riesiges „Himmelskreuz“, gebildet aus von zwei Flugzeugen verursachten Kondensstreifen. Beobachter nannten es einen „Segensgruß von oben“.

Doppelte Begrüßung

Nach der Begrüßung durch Pfarrer P. Udo hieß Philipp Greimel, Enkel des langjährigen Paudorfer Bürgermeisters, Metropolit Staikos auf Griechisch willkommen. Philipps Mutter Karina hatte einst Michael Staikos als Religionslehrer.

Fest der Freunde 04Vorbeter der drei Psalmen des Marienlobs (121,122 und 150) waren Stadtpfarrer Mag. Josef Rennhofer (ein gebürtiger Höbenbacher), die langjährige Wortgottesdienstleiterin Herta Hochgötz und Maximilian Härtinger aus der Jugendbibelrunde.

Die Lesung „Seine Mariazeller Gnadenmutter“ aus dem von Fenzl und Nussbaumer heraus- gegebenen Buch „Kardinal Franz König, Gedanken für ein erfülltes Leben“ trug Mag. Alice Klein, PGR und Obfrau der Frau Ava Literatur- gesellschaft, vor.

Die Fürbitten sprachen die Pfarrgemeinderäte Adi Noderer, Helga Unfried, Martha Müller und Gottfried Thornhammer, Obmann der Pilgerbruderschaft St. Altmann, sowie Philipp Heninger von der Jugendbibelrunde.

Enthüllung und Segnung

Vor der Segnung fand die Enthüllung der Kunstwerke statt: Fini Heniger (PGR-Obfr.) und Franz Schrefl (PKR-Obm.) enthüllten die Mariazell-Nische, Dr. Fenzl und Prof. Nussbaumer die Bronzestatue.

Nach Fini Heningers Dankesworten sangen die Trebicer Freunde ein tschechisches Mariazell-Lied.

Die Orgel spielte Prof. Franz Haselböck, die Musikkapelle Paudorf leitete Mag. Sonja Hochgötz.

Pfarrjugendliche besorgten die anschließende Agape.

Die Festgäste – unter ihnen auch die zuletzt im Hellerhof viele Stunden tätigen Arbeiter -  nahmen abschließend im Gasthaus Osterhaus (Maria Ellend) an einem Mahl teil.

„Die Augen der Ikone“

Erzbischof Dr. Michael Staikos zeigte sich beeindruckt von der Ikone des Pantokrators in der Paudorfer Pfarrkirche, die ein Abbild der ältesten Christusikone darstellt, die im Katharinenkloster am Sinai aufbewahrt wird.

Wie die Augen dieser Ikone – eines blickt konkret, das andere in die Weite -  hätte Kardinal König Menschennähe und gleichzeitig Weitsicht ausgestrahlt. Man müsse „dankbar sein für diesen Kardinal, der aufrichtig war, alle respektierte, Juden, Moslems und alle anderen Religionen.“

Kardinal König war der erste Kardinal, der nach 900-jähriger Trennung der West- und Ostkirche Konstantinopel besucht hat. Er rief die „Pro Oriente“ - Stiftung ins Leben.

„Der Sinn des Lebens“

Fest der Freunde 05Metropolit Staikos sprach die drei großen Fragen des Kardinals an: „Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist der Sinn meines Lebens?“

Zwei Tage vor dessen Tod habe er mit Kardinal König über den Sinn des Lebens gesprochen.

Leben nach dem  Evangelium sei nicht der letzte Sinn, auch wenn dies hilfreich sei, sondern die Wiederherstellung der Beziehung des Menschen zu Gott.

Das Evangelium sei nützlich, um an das Ziel zu kommen. Das Ziel sei die Gleichwerdung des Menschen mit Gott.

„Licht auf dem Leuchter“

Dass an diesem Tag ein orthodoxer Metropolit einen katholischen Pfarrgarten segne, sei nicht selbstverständlich, sondern Grund, Gott zu loben und zu preisen.

Der Evangelist Matthäus dokumentiert uns das Jesus-Wort, dass das Licht auf den Leuchter gestellt werden soll. Genau das geschieht hier: „So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie euren Vater im Himmel preisen.

Es geht nicht um den Kardinal, es geht um den Lobpreis Gottes. Dass er uns diesen Mann geschenkt hat, war „Salz der Welt“, Salz „der Ökumene“.


Begrüßung durch den Pfarrer

Liebe Schwestern und Brüder!

Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Diese Fragen klingen ganz  nach Kardinal Franz König, der sie auch uns in seiner Predigt hier vor 13 Jahren angesprochen hat. Doch so formuliert wurden sie bereits zu Papier gebracht von Ernst Bloch zu jener Zeit, als Franz König Domkaplan in St. Pölten war und er 1945 seinen ersten Urlaub nach Kriegsende bei uns in Klein-Wien verbrachte.

Dass ein atheistischer Philosoph dieselben Fragen stellte wie ein christlicher Theologe, beweist deren Allgemeingültigkeit. Kardinal König hat stets das Tiefste im menschlichen Herzen angesprochen, das – so könnte man sagen – geographisch global verbreitet und zeitlich ewig gültig ist.

Wir als Pfarre wollen heute dankbar seiner gedenken, der uns beinahe 60 Jahre lang immer wieder seine Verbundenheit gezeigt hat. Zuletzt durch die Weihe des Pfarrzentrums und der Orgel.

Ich heiße Sie alle, Schwestern und Brüder, zu dieser Feier am Erntedanksonntag willkommen.

Es ist uns eine überaus große Ehre, jene herausragenden Menschen begrüßen zu dürfen, die viele Jahre – bis zu seiner seligen Entschlafung am 13. März 2004 – seine engsten Wegbegleiter waren.

Ich begrüße in unserer Mitte voll dankbarer Freude den griechisch-orthodoxen Metropoliten von Austria und Exarchen von Ungarn, Erzbischof Dr. Michael Staikos. Er wird den Hellerhof-Garten, die Bronzestatute von Leo Pfisterer  und die mosaikal gestaltete Mauer mit der Mariazellnische von Karl Heinz Schreiner segnen.

Ich begrüße von Herzen  Dr. Annemarie Fenzl, die langjährige Leiterin des Wiener Diözesanarchivs und des Büros von Kardinal König.

Ich begrüße Prof. Dr. Heinz Nußbaumer, den hoch angesehenen Journalisten, Buchautor und Sprecher zweier Bundespräsidenten. Er wird uns im November einen Vortrag über den Berg Athos halten.

Ich begrüße den Superior von Mariazell, P. Karl Schauer. Jeder, der die Entwicklung von Mariazell mitverfolgt hat, weiß, er ist der menschgewordene Segen Gottes für diesen zentralen mitteleuropäischen Wallfahrtsort.

Ich begrüße Frau Christa Pongratz, die Wien-Korrespondentin der Londoner katholischen Zeitschrift „The Tablet“. Kardinal König hat ihr weltweit verbreitetes Blatt regelmäßig gelesen und mit Beiträgen beliefert.

Nach diesen Menschen, die Kardinal König engst verbunden waren, darf ich weitere Ehrengäste herzlich willkommen heißen.

An erster Stelle den neuen Abt des Stiftes Göttweig, Abt Mag. Columban Luser.

Weiters begrüße ich den langjährigen Abt von Geras Univ.-Prof. DDr. Joachim Angerer.

Ich begrüße die Mitbrüder im Pfarreramt: Dechant P. Benno Maier, P. Clemens Reischl, P. Hartmann Scheuhammer,Franz Ofenböck und den aus unserer Pfarre gebürtigen Stadtpfarrer von Waidhofen/Thaya, Josef Rennhofer.

Ich begrüße die Abordnung aus unserer südmährischen Partnergemeinde Trebic unter der Leitung von Ing. Jaroslav Maxa. Seit Jahrhunderten pilgerten sie durch Paudorf nach Mariazell, seit dem Fall des Eisernen Vorhangs wieder mit uns gemeinsam.

Ich begrüße aus unserer Gemeinde ganz herzlich Bürgermeister Leopold Prohaska, und die Gemeinderäte sowie die Direktorinnen von Volksschule und Kindergarten,Ingrid Pergher und Maria Reithmayer.

Fest der Freunde 06Ein besonders herzlicher Gruß gilt den beiden Künstlern Leo Pfisterer und Karl-Heinz Schreiner sowie den zahlreichen freiwilligen Helfern, die das ganze Jahr über Zeit und Kraft dem Hellerhof-Garten und der ganzen Pfarre gratis zur Verfügung stellen.

Ich begrüße die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werkstätte Hellerhof der Lebenshilfe Oberwölbling sowie der Frau Ava Bücherei.

Ich begrüße alle, die auch für die Santiago-Pilgerherberge hierorts, für den Pfarrfriedhof Kl. Wien sowie für die Filialkirchen St. Blasien  und St. Georg tätig sind – letztere wurde vor wenigen Wochen nach 480 Jahren wieder entdeckt.

Ich grüße von Herzen den Vorstand der Frau Ava Literaturgesellschaft. Last but not least grüße ich die Mitglieder des Pfarrgemeinde- und Pfarrkirchenrates unter der Leitung von Fini Heninger und Franz Schrefl.

Kardinal König hatte eine besondere Beziehung zur Mutter Jesu, daher feiern wir zu Beginn des Festaktes ein Marienlob zur neunten Stunde.

Zuvor aber wird Philipp Greimel, ein Enkel unseres langjährigen Bürgermeisters, den hochverehrten Metropoliten auf Griechisch begrüßen.


Begrüßung auf Griechisch durch Philipp Greimel

Hochwürdigster Herr Metropolit!

Begrüßung des MetropolitenAls Enkelsohn des langjährigen Bürgermeisters von Paudorf, Anton Greimel, in dessen Zeit diese Pfarrkirche St. Altmann gebaut worden ist, freue ich mich, Sie an diesem heiligen Ort willkommen heißen zu dürfen.

Es ehrt uns, dass Sie als der große Wegbegleiter des ehemaligen Erzbischofs von Wien heute eine Statue von Kardinal Franz König segnen.

Ihm ist unsere Pfarre  beinahe 60 Jahre lang – von 1945 bis zu seinem Tod 2004 - innig verbunden gewesen.

Sein Glaube, seine Liebe und seine Hoffnung sind uns Bestärkung auf dem Weg zu Gott.

Gleichzeitig bitten wir Sie, unseren schönen Hellerhof-Garten zu segnen.

Ihr hochverehrter Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel werdet auch der „Grüne Patriarch“ genannt. Kein Kirchenoberhaupt setzt sich so für die Umwelt und die Bewahrung der Schöpfung ein wie er. Zahlreiche Ehrungen, darunter 25 Ehrendoktorate hat er dafür erhalten. Wir danken ihm für seinen Einsatz und bitten Sie, ihm unseren Dank zu übermitteln.

Wir bitten Sie aber auch um Ihren Segen für uns selbst, besonders für die jungen Menschen, damit ihr Leben unter Gottes Schutz gelingt.“


Dr. Annemarie Fenzl:

„Auf gleicher Augenhöhe mit den Menschen”

Zuerst einmal: ich freue mich sehr, wieder einmal in Paudorf zu sein, wo ich oft mit Kardinal König zu unterschiedlichsten Anlässen war.

Dr. Annemarie FenzlUnd ich denke heute auch daran, dass der PGR von Paudorf die letzte Pfarrgruppe war, die Kardinal König einen Monat vor seinem Tod zu Hause empfangen hat. Ich vergesse nie, wie fröhlich er da war. Darum freut es mich auch, dass gerade hier die Erinnerung an ihn gepflegt wird.

Und nun soll ich ein paar Worte sagen, aus Anlass der Enthüllung seiner Bronzefigur an der Brunnenwand, nahe bei der Mariazeller-Nische. Ich habe ihren Werdegang ein bisschen miterlebt, aber endgültig gesehen habe ich sie bis jetzt auch nur auf einem Bild.

Ich habe kurz nachgedacht, was ich zu diesem festlichen Anlass sagen kann, ohne etwas zu zerreden. So habe ich mir das Denkmal und die Absicht des Künstlers vor Augen geführt und dann ist mir ein Wort eingefallen, das – so meine ich – genau dazu passt, weil es eigentlich die ganze Person des Kardinals am besten umschreibt: „Der Hörende“.

Mit Denkmälern ist es in der Regel so eine Sache. Sie präsentieren uns Menschen, an die wir uns erinnern sollen. Diese denkwürdigen Menschenbilder aus Stein, Bronze oder sonst einem Stoff stehen – meist überlebensgroß – in der Gegend herum und blicken über uns hinweg in eine uns unbekannte und unerreichbare Ferne.

Dieses Denkmal, das uns an Kardinal König erinnern soll und auch wird, der oft und gern hier im Hellerhof gewesen ist, ist anders. Es ist sozusagen mit uns auf gleicher Augenhöhe. So wie Kardinal König eben war: auf gleicher Augenhöhe mit den Menschen.

Er hat im Lauf seines langen Lebens und seiner Arbeit als Seelsorger mit Leib und Seele viel über die Menschen gelernt und hat am Ende seines Lebens viel über die Menschen gewusst. Er hat viel gebetet und gelesen. Und darum ist da auch das Buch.

Fest der Freunde 07Es steht für Information, für Wissen, für Verstehen, für Achtsamkeit im Urteil. Und es steht auch für das Gebet. Es ist nicht klar, ob dieses Buch, das der Kardinal hier in der Hand hält, ein wissenschaftliches Werk, ein großer Lebensroman oder ein anderes Buch ist, vielleicht sein Brevier oder seine Bibel. Wir wissen es nicht. Er hat es vorübergehend zugeklappt und mit seinem Finger die Stelle markiert, an der er das Lesen unterbrochen hat.

Denn in dem durch den Künstler für die Unendlichkeit eingefangenen Augenblick liest er nicht darin. Er schaut auf und rundum. Er denkt nach. Er hört zu. Ein Hörender.

Der Künstler, der den Kardinal ja auch oft erlebt hat, hat es mir erklärt, was er sich dabei gedacht hat: der Kardinal sitzt im Garten und liest in einem Buch. Aber – da kommt ein Mensch und setzt sich zu ihm und spricht ihn an – oder auch nicht. Aber in diesem Augenblick schließt der Kardinal das Buch und wendet sich dem Menschen zu. In jedem Fall. Beginnt mit ihm ein Gespräch. Oder schweigt mit ihm. Hört ihm zu. Und so kann man unter dem Schutzschild seines Geistes auch in unseren Tagen gut schweigen oder eben auch gute Gespräche führen, auch wenn der Kardinal nicht mehr sichtbar unter uns ist.

Weil er gut zuhören konnte, war er auch ein guter Gesprächspartner, der nie Monologe geführt hat, der sich immer um einen ehrlichen Dialog bemüht hat. Vieles, was heute zwischen Menschen, auch in der Kirche, geschieht, ist nicht Dialog, sondern Monolog. Monologe zu führen, war nicht die Sache von Kardinal König. Sein Gegenüber könnte wechseln. Es könnte hier bei ihm ein Angehöriger einer anderen Konfession, einer anderen Religion, einer ganz anderen weltanschaulichen Richtung oder auch ein Angehöriger unserer eigenen katholischen Kirche sitzen. Es wird in jedem Fall ein Dialog werden.

Der Kardinal hört zu und ermuntert damit, ohne Furcht seine Gedanken auszubreiten. Ihn kann nicht mehr viel erschrecken, ihn wundert nichts mehr, er hat in seinem langen Leben viel erlebt. Man kann frei sprechen in seiner Nähe. Ohne Angst. Der Kopf wird klar in der Stille des Hörens.

So gesehen, könnte dieser Ort ein Ort der gemeinsamen Gedankenfindung werden.

Fest der Freunde 08Ein Ort der Toleranz. Ein Ort des Zuhörens. Ein Ort des einvernehmlichen Schweigens. Ein Ort des leidenschaftlichen ehrlichen Gesprächs. Ein Ort, an dem Neues angedacht werden kann. Ein Ort, an dem Neues in Angriff genommen werden kann. Ein Ort, an dem man eine Antwort erwarten und auch erhalten kann.

Und all das mit der Unterstützung der Gottesmutter von Zell. Ihre Kopie an der Brunnenwand gegenüber ist das ideale Gegenüber. Mariazell hat Kardinal König viel bedeutet, wir wissen das alle. Schon aus diesem Grund wird ihm auch dieser Ort jetzt gefallen. Ich sage bewusst „wird“ ihm dieser Ort gefallen.

Schon als Kind hatte ihn, wie er später des öfteren erzählte, Mariazell fasziniert: die bunten Farben und Trachten der Menschen, die fremden Sprachen, die Prozessionen und Marienlieder in verschiedenen Sprachen, die weiträumige Basilika mit dem altehrwürdigen Gnadenbild.

Und als der alte Kardinal im Jänner 2004, nach überwundenem Oberschenkelhalsbruch wieder nach Mariazell zurückkehrte, führte ihn sein erster Weg – noch bevor er sein Quartier bezog – zur Gnadenmutter in die Basilika, um ihr für seine unerwartet gute Genesung zu danken. Er war ein diskreter, aber überzeugter Verehrer der Gottesmutter Maria. Seine unaufdringliche Frömmigkeit fand im täglichen Rosenkranzgebet einen festen Anker. Ein solcher Ankerplatz ist auch diese Brunnenwand mit der Mariazeller Nische. Ein Ankerplatz für die Seele.

Fest der Freunde 09Ich hoffe, dass der Kardinal nicht zu oft allein hier sitzt, dass er immer wieder Gesellschaft bekommt. Und ich wünsche allen, Angehörigen der Pfarre oder Besuchern, die sich ein wenig Zeit nehmen und sich zum Kardinal dazusetzen, dass sie mit dem Herzen seine drei Fragen hören können:

„Woher kommen wir? Wohin führt unser Weg? Welchen Sinn hat unser Leben?“ – ganz wie er es zu Lebzeiten oft und oft getan hat und dass sie darüber nachdenken.

Und dass sie hören können, wie er ihnen den Sinn des Lebens erklärt, wie er es zu Lebzeiten oft und oft getan hat, wenn er sagte: „Ihr müsst nichts Besonderes tun, keine großartigen Taten setzen, ihr sollt nur schlicht und einfach euren Glauben leben, mitten in dieser Welt. Aber ihr sollt nicht nur schöne Worte von euch geben, sondern durch das praktische Beispiel eures Lebens andere davon überzeugen, dass es sich lohnt, alles auf Jesus Christus zu setzen. Und ihr sollt immer versuchen, zuerst das Gemeinsame zu sehen und erst dann das, was euch von den anderen trennt. Und ihr sollt nicht auf das Gebet vergessen, das die Nahrung eurer Seelen ist und die direkte Verbindung hin zu Gott“

So gesehen, wird dieser Ort ein Ort ruhiger Kraft sein.


Die Fürbitten beim Marienlob

Guter Vater im Himmel, höre unser Gebet:

ADI NODERER: 1) Wir danken Dir für Kardinal Franz König, für sein Leben als Mensch, für seine Vorbild als Christ, für sein Dasein für uns alle als Nachfolger der Apostel und für seine Verbundenheit mit unserer Pfarre.

HELGA UNFRIED: 2) Segne die Bischöfe von Konstantinopel und Rom,Patriarch Bartholomaios und Papst Benedikt und stärke sie in ihrem Bemühen um die Einheit der Christen.

PHILIPP HENINGER: 3) Gib uns Jugendlichen die Antworten auf unsere vielen Fragen und beschütze uns auf dem Weg in die Zukunft.

Fest der Freunde 10MARTHA MÜLLER: 4) Hilf uns, unsere Pfarre als Heimat zu erleben und die Freude an der Gemeinschaft untereinander und mit dir weitergeben zu können.

GOTTFRIED THORNHAMMER: 5) Schenke unseren verstorbenen Angehörigen und Freunden die ewige Freude bei dir und uns einst mit ihnen ein frohes Wiedersehen.

Guter Vater im Himmel, stärke in uns jenes Vertrauen auf Dich, das Kardinal König sein Leben lang beseelt hat, denn wer auf Dich vertraut, wird nie zuschanden.

Um diesen Glauben bitten wir durch Christus unsern Herrn.

 


Dr. Heinz Nußbaumer:

„Hier in Paudorf hat Franz König ein neues, bleibendes Zuhause gefunden”

Eminenz, hohe Geistlichkeit, verehrte Festgäste, liebe Paudorfer - liebe Freunde von Kardinal König!

Fest der Freunde 11Als mich P. Udo für heute eingeladen hat, habe ich mich gefragt: Wozu ein Denkmal für Kardinal König? Braucht er es? Hätte er es gewollt und aktiv unterstützt? Wäre er stolz gewesen, auf diese Weise aus der Endlichkeit des Menschen herauszutreten – und zum Mythos aus Bronze zu werden? Wohl kaum. Heldentum – und noch mehr Heldenverehrung – waren ihm eher fremd und verdächtig.

Und doch erinnere ich mich, dass wir einmal über ein Denkmal gesprochen haben, das ihn und auch mich tief berührt hat: das „Albert Einstein-Memorial“ in Washington. Vielleicht kennen es einige von Ihnen: In einer umwerfenden Schlichtheit sitzt da der geniale Forscher auf einer kleinen Stufe – ganz in sich und seine Gedanken versunken. Da ist gar nichts Heroisches – kein Monument. Und doch – vielleicht gerade deshalb - öffnet es auf wunderbare, ja einmalige Weise den Blick in eine andere Wirklichkeit. Richtet den Blick nach Innen - in die Welt des Geistes, der Stille und Einkehr – umgeben von Asteroiden und Galaxien.

Nie hat sich der große, geniale Physiker einer kirchlichen Gemeinschaft angeschlossen. Und doch lässt auch Albert Einstein - wie Kardinal König in einem seiner Bücher geschrieben hat - diese letzte Sehnsucht nach dem Bleibenden, nach der Geborgenheit im Ewigen spüren, wenn wir im allerletzten Aufsatz seines Lebens lesen: „Meine Religion besteht in meiner demütigen Bewunderung einer unbegrenzten geistigen Macht, die sich selbst in den kleinsten Dingen zeigt, die wir mit unserem gebrechlichen und schwachen Verstand erfassen können. Diese tiefe, emotionelle Überzeugung von der Anwesenheit einer geistigen Intelligenz, die sich im unbegreiflichen Universum eröffnet, bildet meine Vorstellung von Gott.“

Warum ich das heute - und hier in Paudorf - erwähne?

Fest der Freunde 12Weil das Denkmal, das Sie hier im Hellerhof unserem unvergesslichen Kardinal errichtet haben – ohne jeden Auftrag und Vorteil, nur aus einem inneren Bedürfnis heraus – weil dieses Denkmal auf eine überraschende Weise genau diesem Einstein-Memorial entspricht. In seiner ganz und gar unheroischen Stille. Auch  er, Kardinal König, sitzend und denkend.

Und doch ist da ein ganz wesentlicher Unterschied: Im Blick nicht Einsteins ratlose Bewunderung des Universums, sondern die Gottesmutter mit dem Kind. Die Gnadenstatue von Mariazell - eine der großen Perspektiven im Leben Kardinal Königs. Als Seelsorger und als Mensch.

Und da ist auch der Blick auf die große Mauer, Sinnbild für das, was unausweichlich auf uns alle zukommt – und die Öffnung neben der Gnadenstatue. Das Fenster, das staunend hinausblicken lässt - in eine andere Wirklichkeit, die Franz König seit 5 Jahren erreicht hat. „Aller Übergang ist gleitend“, sagen meine Athos-Mönche. Wer hätte uns dieses tiefe Wissen eindrucksvoller vermittelt als Kardinal Franz König – der uns auf der letzten Etappe seines Weges - am Tor in die Ewigkeit – ebenso vorbildhaft war wie in seinem langen, gesegneten Leben.

Fest der Freunde 13Ja und dann ist da noch dieses weite Rund – und Platz genug für jeden und jede uns, um sich ganz ohne Scheu immer wieder einmal still zum Kardinal zu setzen und mit ihm hinzuschauen - auf die Mariazell-Nische und hinunter zum Brunnen. Wir Christen wissen auch um das Kürzel des Brunnens: Immer ein Ort der Begegnung – und eine Metapher für alles Lebendige, alles Fruchtbare. „Die Quelle des Gartens bist Du, ein Brunnen lebendigen Wassers“, heißt es im Hohelied der Liebe.

Wie viel unausgesprochene Symbolkraft verdrängt hier alles Heldische, alles Pathetische!

Wie viel Nachdenklichkeit hat diesen Platz entstehen lassen.

Und wie viel Dankbarkeit wird hier spürbar – Dankbarkeit für einen Menschen, der ein Geschenk war. Der Glücksfall eines würde- und geistvollen Lebens.

Ich meine, hier ist tatsächlich ein „Denk-mal“ im ursprünglichsten Wortsinn entstanden, das uns ermutigt und verlockt, diesem Aufruf „Denk mal!“ zu folgen.

Denk-mal an das große Vermächtnis, das uns Kardinal König hinterlassen hat:

Fest der Freunde 14Er war beispielhaft

*  In seiner Weisheit und seinem schlichten, seit Kindheit eingeübten und doch so überzeugenden Glauben.

* In seiner vollkommenen Überein- stimmung von Wissen und Gewissen, aus der auch seine Herzensklugheit ge- wachsen ist.

*  In seiner enormen geistigen Weite und Tiefe, seiner Weltläufigkeit und seiner Bescheidenheit.

*    In seiner Herzenswärme und stillen, unaufdringlichen Güte.

*    In seiner beständigen Treue zur Kirche – und seinem stillen Leiden an ihr.

*    In seiner Ehrfurcht vor dem Wunder Gottes und seiner Schöpfung – auch vor dem „Wunder Mensch“.

*    In seiner tägliche gelebten Überzeugung, dass es keine Trennlinie zwischen gläubigen, suchenden und glaubensfernen Menschen gibt und geben darf. Dass uns in jedem von ihnen der Geist und das Ebenbild – eine Ikone - Gottes begegnet.

*    Und in seinem unbeugsamen Glauben an die Geschwisterlichkeit – über alle Grenzen der Konfessionen und Religionen hinaus.

Fest der Freunde 15Wie sonst wäre es denkbar, dass gerade ihm, dem weltbekannten katholischen Würdenträger, der orthodoxe Metropolit und Exarch des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel geistig, geistlich und menschlich so nahe gewesen ist. So nahe, dass sich Seine Eminenz, Erzbischof Dr. Michael Staikos, heute den Weg hierher nach Paudorf nicht nehmen ließ. So nahe auch, dass er am kommenden Samstag auch nach Mariazell unterwegs sein wird, um dort dem Schöpfer für diesen großen Glaubensbruder Franz König zu danken.

Sie, liebe Paudorfer, haben heute Vormittag Erntedank gefeiert. Kein Tag wäre besser geeignet, um an Kardinal Franz König in Dankbarkeit zu denken.

Er, der die Scheunen seines Lebens so überreich gefüllt hat:

·        Als Seelsorger, Christ und Mensch.

·        Als Vorbild einer dialogischen und bescheidenen, einer fürsorglichen und zuhörenden Kirche.

·        Und als ein Segen für so viele von uns.

Hier in Paudorf hat Franz König ein neues, bleibendes Zuhause gefunden.



Danksagung durch die PGR-Obfrau

Im Namen des Pfarrgemeinderates sage ich allen herzlichst Dank.

Besonders Ihnen hochwürdigster Herr Metropolit für die Segnung der Statue und der Nische mit der Mariazeller Muttergottes.

Fest der Freunde 16Ich danke Ihnen, Frau Dr. Fenzl und Herrn Prof. Nußbaumer für Ihre Worte über Kardinal König.

Ich danke für die musikalische Gestaltung Herrn Prof. Franz Haselböck, der Musikkapelle Paudorf unter der Leitung von Mag. Sonja Hochgötz und unseren Trebicer Freunden.

Kardinal König hat wieder einmal gezeigt, dass er Menschen aus verschiedenen Ländern und Sprachen verbindet:

Die hier versammelten kommen – neben Österreich natürlich - aus Griechenland, Tschechien, Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden.

Die Statuen „Kardinal König“ und „Mariazeller Muttergottes“ wurden neu aufgestellt an einer uralten Mauer,

unter der sich ein noch älterer Brunnen befindet.

Möge dieser Platz hier in Zukunft vielen Menschen ein Ort der Besinnung und eine Quelle der Freude sein.

 

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Prof. Nußbaumer kommt in den Hellerhof:

„Erfahrungen eines Athos Pilgers”

Dr. Heinz NußbaumerNach der Beherbergung zahlreicher Pilger auf dem Weg nach Santiago, Mariazell und Jerusalem darf der Hellerhof am 19. November (19 Uhr) erstmals einen - überaus prominenten – Athos-Pilger begrüßen: Prof. Dr. Heinz Nussbaumer spricht über „Der Mönch in mir. Erfahrungen eines Athos-Pilgers für unser Leben.“

Der Berg Athos ist eine autonome Mönchrepublik auf dem Gebiet Griechenlands, die dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel untersteht. Auf einer Fläche von 336 Quadratkilometer (ein wenig kleiner als Wien) leben 2262 Mönche in 20 Großklöstern sowie Siedlungen und Einsiedeleien. Das erste Kloster wurde 963 errichtet, nachdem auf dem Berg zuvor schon Einsiedler lebten. Von den 20 Großklöstern sind 17 griechisch und je eines russisch, bulgarisch und serbisch.

Vor einigen Jahren warfen 20 Mönche dem Ökumenischen Patriarchen wegen seiner Kontakte zur katholischen Kirche „Verrat“ vor, woraufhin sie zum Verlassen des Heiligen Berges aufgefordert wurden. Der staatliche Gouverneur untersteht dem griechischen Außenministerium. Obwohl Griechenland EU-Mitglied ist, gilt auf dem Athos  nicht die EU-Steuerordnung. Frauen ist der Zutritt grundsätzlich verboten. Ein gegenteiliger Beschluss des Europaparlaments blieb bislang ohne Wirkung. Männliche Pilger werden bis zu einer gewissen Zahl ins Land gelassen, klassische Touristen jedoch nicht.

Prof. Dr. Heinz Nußbaumer, renommierter Journalist (1971-1990 Außenpolitik-Chef des Kuriers) und Buchautor, war u. a. auch 10 Jahre Pressechef der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei und  Sprecher derBundespräsidenten Waldheim und Klestil.

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Wieder ein Abt mit Wurzeln in Südmähren

Abt Columban Luser ist – nach den Äbten Adalbert Dungel (1886-1923), Adalbert Fuchs (1923-1930) und Edmund Vasicek (1947-1949) - der vierte der letzten acht Göttweiger Äbte mit familiären Wurzeln in Südmähren.

Die Mutter von Abt ColumbanEs kommt selten vor, dass eine Mutter die Abtweihe eines Sohnes mitfeiern kann.

Unser Foto zeigt Olga Luser am 6. September mit ihrem Sohn, dem neugeweihten Abt Columban Luser.

Vater Kurt LuserVater Kurt Luser konnte aus gesundheitlichen Gründen der Feier nicht beiwohnen. Er ist wenige Tage darauf  am 28. September im 82. Lebensjahr gestorben.

Kurt Luser musste als junger Mensch nach dem Krieg seine südmährische Heimat verlassen, die er nie vergessen hat. In Stockerau fand er einen neuen Lebensraum, wo er sich eine neue Existenz aufbauen konnte. Sein Leben war geprägt von viel Arbeit und Sorge um seine große Familie.

Seine stete Hilfsbereitschaft und sein offener Umgang mit den Mitmenschen trugen ihm allgemeine Wertschätzung ein.

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Premiere in der Kaiserstiege

Zum dritten Mal wurde am 4. Oktober das Fest „Gemeinden mit Göttweig“ gefeiert.

Fest der Gemeinden in GöttweigIm Sternmarsch zogen etwa 200 Menschen aus Paudorf und Furth zu Fuß auf den Predigtstuhl, wo Mag. Christoph Blesl die neuesten archäologischen Funde präsentierte. P. Udo durfte als Obmann der „Freunde der Kirche St. Georg“ Abt Mag. Columban Luser, Bürgermeister Leopold Prohaska und Vizebürgermeister Josef Böck aus Paudorf, sowie die Further Vizebürgermeister Alfred Bruckner und Eduard Leitner begrüßen.

Premiere in der KaiserstiegeDanach gab es einen von jungen Paudorfer Musikern umrahmten Empfang in der Göttweiger Kaiserstiege. Dabei durften neben dem Abt auch erstmals die Vertreter der Gemeinden - Bürgermeister Prohaska und Vizebürgermeister Bruckner – an diesem früher nur höchstrangigen Gästen vorbehaltenen Ort sprechen, was wohl eine historische Premiere darstellte.

P. Justus bot eine profunde Erklärung der Kaiserstiege samt Deckenfresko von Paul Troger.

Danach zogen die Teilnehmer zur festlichen Vesper in die Stiftskirche.

Den Abschluss bildete ein gemütliches Beisammensein im Brunnensaal, an dessen Beginn ein 30 Minuten dauernder hochinteressanter Bild-Vortrag von Mag. Blesl über Archäologie auf und um Göttweig stand.

 

 

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Weihbischof Leichtfried kommt 2010 auf Visitation

Weihbischof Dr. Anton LeichtfriedNach 23 Jahren findet am 17./18. April 2010 wieder eine kirchenrechtlich verpflichtende Visitation unserer Pfarre statt. Sie wird von Weihbischof Dr. Anton Leichtfried durchgeführt, der bei dieser Gelegenheit am Samstag auch das Sakrament der Firmung spendet.

Die letzte Visitation leitete Bischof Franz Zak im Mai 1987.

Laut Kirchenrecht (Canon 396, § 1) ist jeder Diözesanbischof verpflichtet, „wenigstens alle fünf Jahre“ jede Pfarre persönlich oder durch einen Vertreter (z.B. Weihbischof) zu visitieren. Jeder Bischof muss alle fünf Jahre dem Papst Bericht erstatten.

Bischof Kurt Krenn hat – entgegen seiner sonstigen Anwürfe – die Jahre 1992, 1997 und 2002 verstreichen lassen, ohne eine ihm vom Kirchenrecht vorgeschriebene Visitation durchzuführen bzw. durchführen zu lassen.

Dr. Anton Leichtfried wurde 1967 in Scheibbs geboren und 1991 in Rom zum Priester geweiht.

1992-1996 war er Kaplan in Oberwölbling (wo PGR Mag. Alice Klein mit ihm in der Jugendpastoral zusammenarbeitete) und Waidhofen/Thaya (wo jetzt Mag. Josef Rennhofer Stadtpfarrer ist).

1996-2000 absolvierte er das Doktoratsstudium in Freiburg im Breisgau. Er schrieb seine Dissertation über die „Trinitätslehre bei Rupert von Deutz (+1129)“. Sein „Doktorvater“ war Univ.-Prof. Greshake, der früher an der Uni Wien lehrte und bei dem P. Udo bis 1977 seine dogmatischen Studien absolvierte.

Der Pfarrgemeinderat Paudorf-Göttweig heißt Weihbischof Dr. Anton Leichtfried herzlich willkommen!

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Drei Pferde bei der Tiersegnung

Pferde im HellerhofAm Sonntag, 4. Oktober, feierten etwa 120 Personen mit zahlreichen Tieren bei stürmischem, jedoch sonnigem Wetter die diesjährige Franz von Assisi-Messe mit Tiersegnung im Hellerhof-Park.

Gesichtet wurden neben zahlreichen Hunden auch vier Schildkröten,  drei Pferde, zwei Ziegen, Katzen, Hamster und Fische…

Herzlichst gedankt sei den Gitarristinnen für ihre stimmungsvolle Gestaltung der Eucharistiefeier.

 

 

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Weichenstellung in Göttweig

P. Mag. Maximilian KrennAbt Mag. Columban Luser hat den Leiter des Götweiger Jugendhauses, P. Mag. Maximilian Krenn (40), zum neuen Prior ernannt. Offiziell ist er weiterhin auch Kaplan der Stiftspfarre Paudorf-Göttweig. >>>

P. Mag. Franz Schuster 

<<< Subprior bleibt P. Mag. Franz Schuster (45). Er bekleidet auch die arbeitsintensiven Ämter des Abtsekre- tärs, Archivars und Bibliothekars.

P. Mag. Maurus Kocher  

 

Mit 1. Dezember übernimmt Forstmeister P. Mag. Maurus Kocher (46) auch die Leitung des Kammeramtes, dem 21 Jahre lang P. Antonius Philipsky-Hocheder vorstand. >>>

Dass letzterer, derzeit Pfarrer von Getzersdorf, die Kardinal-König-Pfarre Rabenstein übernehmen soll, ist ein seit Anfang Oktober in unserer Pfarre hartnäckig kursierendes Gerücht, das bislang jedoch keinerlei Bestätigung erfuhr.

Durch die Neuwahl des Abtes wurde auch eine Neuwahl bzw. Neubestellung des Seniorenrates und des Wirtschaftsrates notwendig. Beide Gremien erfuhren eine Verjüngung. Kein Mitglied ist älter als der Abt.

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Von Paudorf nach Melk

Wallfahrt zum Pilger Koloman

Am 13. Oktober, dem Fest des in Melk bestatteten Hl. Koloman, pilgerten erstmals 14 Personen zu Fuß von Paudorf-Göttweig nach Stift Melk.

Das Wetter war zwar ein wenig angenehmer als vorhergesagt, jedoch stürmisch und zeitweise regnerisch.

Wallfahrt zum Pilger Koloman

Der aus Irland gebürtige Hl. Koloman wurde wegen seiner fremdländischen Kleidung im bayerisch-ungarischen Grenzraum für einen Spion gehalten und am 17. Juli 1012 bei Stockerau gehenkt.  Zwei Jahre später wurde der Leichnam vom Babenberger-Markgrafen Heinrich nach Melk überführt und hier vom Eichstätter Bischof Megingaud feierlich beigesetzt. Die Babenberger richteten an seinem Grab eine Priestergemeinschaft ein, die 1089 unter Bischof Altmann, dem Gründer des Stiftes Göttweig und unserer Pfarre sowie Patron unserer Pfarrkirche,  in ein Benediktinerstift umgewandelt wurde. Auf Betreiben des letzten Babenbergers, Friedrich II. (+1246) wurde er zum Landesheiligen erhoben. Erst 1663 wurde er vom Hl. Leopold als Landespatron von Niederösterreich „verdrängt“,  jetzt ist er – vielen unbekannt – zweiter Landespatron. Ein ähnliches „Schicksal“ erfuhr übrigens der  Hl. Leopold in Oberösterreich. Dieser wurde dort 2004 vom Hl. Florian verdrängt. Seither haben die Schulkinder im Land ob der Enns am 4. Mai und nicht mehr am 15. November schulfrei.

Die 14 Paudorfer Pilger, von denen 7 Pfarrgemeinderäte sind:

     1) Gottfried Thornhammer, PGR, GfGR, Obmann der Pilgerbruderschaft St.Altmann, FF-Kommandant von Höbenbach)

     2) Fini Heninger (PGR-Obfr., Krustetten)

     3)Anni Eckel (PGR, GR, Paudorf)

     4) Christine Priesching (PGR, Meidling)

     5) Ursula Zaiß (PGR, Paudorf)

     6) Franz Gruber (PGR, Paudorf)

     7) P. Udo (Pfarrer)

     8) Friederike Mandl (Eggendorf)

     9) Karl Kugler (Krustetten)

    10) Ewald Rinnofner (Paudorf)

    11) Theresia Huber (Grünz)

    12) Emmerich Kainrath (Mautern)

    13) Johanna Engelhart (Palt)

    14) Theresia Grätzl (Palt)

In Melk schloss sich beim Gottesdienst auch Univ.-Prof. Dr. Meta Niederkorn, die ausgewiesene „Koloman-Expertin“, an und sprach einige Worte der Erklärung. Einige Tage später ließ sie jedem Pilger eine Informationsschrift über Koloman zukommen.

Dem Stift Melk, besonders dem Kirchenrektor P. Adolf Marker sei für die Möglichkeit der Messfeier vor dem Reliquienschrein in der Stiftskirche herzlichst gedankt. Als besonderes Privileg sahen es die Pilger an, dass P. Udo das nur zu Kolomani verwendete festliche „Kolomani-Messkleid“ tragen durfte.

Die Wallfahrt klang im Melker Stiftsrestaurant auch festlich aus.

Obwohl keinerlei Werbung außer der Notiz im Pfarrblatt getätigt wurde, nahmen 14 Pilger an der Wallfahrt teil – dieselbe Zahl, die sich 1982 auch an der ersten Fußwallfahrt nach Mariazell beteiligte.

Das Echo war sehr gut. Für 2010 wird Donnerstag, 14. Oktober, als nächster Wallfahrtstermin ins Auge gefasst.

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Volksschüler gestalten Erntedankmesse

Erstmals gestalteten Lehrerinnen und Schüler der Volksschule Paudorf die Erntedankmesse.

Sie sangen die Lieder, die bereits zu Schulbeginn Verwendung fanden. Das kam bei den übrigen Kirchenbesuchern sehr gut an, die jedoch trotz ausgeteilter Texte – zum Leidwesen der Veranstalter – nur wenig mitsangen.

Der Organisatorin Petra Haider, ihren Kolleginnen und den Schülerinnen und Schülern sei herzlichst gedankt.

Erntedankmesse 2009

 

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